"Genderterror" und "nationales Liedgut" beim "Freien Netz Leipziger Land"

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1.

April
2011
Freitag

Das "Freie Netz Leipziger Land" (bzw. Borna-Geithain) hat am Freitag eine Saalveranstaltung zum Thema "Genderterror" durchgeführt. Diese sei Teil einer "Schulungsinitative", heißt es auf der Homepage der Neonazis aus Borna-Geithain. In deren Rahmen habe bereits am 25. März in Rochlitz eine Veranstaltung mit dem NPD-Mitarbeiter Olaf Rose und dem ehemaligen Pfleger des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß stattgefunden. Im Gegensatz dazu stand bei dem Vortrag im Landkreis Leipzig eher die Gegenwart im Mittelpunkt - in Gestalt der "Thematik des Gender Mainstreams, der unser Volk bewusst im Zuge des drohenden Volkstodes schadet".

Tatsächlich zielt Gender Mainstreaming auf die Gleichstellung der Geschlechter ab und wird durchaus breit und kontrovers diskutiert. Trotzdem sind die Neonazis der Meinung, es gebe hier eine "Schweigespirale" und "Informationslücke" zu durchbrechen.

Nach dem Vortrag einer Vertreterin - immerhin - der Nazi-Kampagne "Free Gender" gab es noch einen "stimmungsvolle[n] Liederabend" mit zwei angereisten Musikern. Offenbar waren die Veranstalter der Ansicht, dass das Thema Gleichstellung und Geschlecht allein nicht interessant genug ist, um ausreichend Publikum anzulocken. Dafür bedarf es offenbar noch "nationalem Liedgut aus vielen Epochen unserer deutschen Kulturgeschichte" und "neueren Stücken aus allen Stilen der volkstreuen Musikwelt".

Am gleichen Abend wurden kurz nach Mitternacht in Geithain vier alternative Jugendliche von Neonazis angegriffen und verletzt. Ob ein Zusammenhang mit der "Bildungsinitiative" besteht, ist noch offen. An dem Angriff soll der verurteilte Neonazi-Schläger Albert R. beteiligt gewesen sein. Mehrere Betroffene wollen ihn in der Neonazi-Gruppe erkannt haben.

Quelle: 

"Freies Netz Borna-Geithain" vom 03.04.2011
chronik.LE