Hakenkreuz am Synagogen-Denkmal in Gottschedstraße

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21.

Dezember
2020
Montag

Unter einer Bronzetafel am Synagogen-Denkmal wird mit grünem Stift ein Hakenkreuz sowie der Satz "World Street Center ist noch da" geschmiert. Vermutlich bezieht sich die anbringende Person dabei auf das World Trade Center, welches bei einem islamistischen Anschlag am 11. September 2001 zerstört wurde. Der Anschlag ist Teil vieler Verschwörungserzählungen, so wird teilweise behauptet, die USA hätten den Anschlag inszeniert ("false flag") um kriegerisch in Afghanistan vorgehen zu können.
Die Polizei hat Ermittlungen wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen aufgenommen.

Das Synagogen-Denkmal befindet sich in der Gottschedstraße. Es besteht aus 140 bronzenen Stühlen, die aufgereiht auf einem Plateau stehen. Umgeben ist das Plateau von grünem Gesträuch sowie einer niedrigen Mauer. Der Grundriss ist der im September 1855 eingeweihten Großen Gemeindesynagoge nachempfunden. Die leeren Stühle befinden sich "in" der ehemaligen Synagoge und bilden eine Metapher für den Verlust jüdischen Lebens in Leipzig durch den Nationalsozialismus:
1929 hatte die jüdische Gemeinde Leipzigs über 14.000 Mitglieder und war damit die größte jüdische Gemeinde in Sachsen und eine der größten Deutschlands. Nur 24 Gemeindemitglieder überlebten die systematische Verfolgung und Ermordung jüdischer Menschen zwischen 1933 und 1945.
Die Synagoge wurde während der Novemberpogrome 1938 zerstört. Im Juni 2001 erfolgte die Eröffnung des Gedenkortes.

Quelle: