Halbjahresstatistik der RAA Sachsen: Landkreis Leipzig mit den meisten neonazistischen Angriffen

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5.

August
2010
Donnerstag

Laut der Halbjahresstatistik der Opferberatungsstellen für Betroffene rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt der RAA Sachsen e.V. gab es von Januar bis Juni 2010 in Sachsen 120 Übergriffe. Im Vorjahreszeitraum hatte die RAA 94 rechtsmotivierte Gewaltdelikte registriert. Eine Schwerpunktregion bildete in den ersten sechs Monaten der Landkreis Leipzig mit 21 Angriffen. Damit liegt der Landkreis zusammen mit der Stadt Dresden an der Spitze der Statistik. Im Verhältnis zur Einwohner_innenzahl weist der Landkreis sogar mit Abstand den höchsten Wert auf.

In der Stadt Leipzig haben die Berater_innen im ersten Halbjahr 15 Angriffe registriert, im Landkreis Nordsachsen lediglich 5. Im Vorjahr hatte Nordsachsen unter den ländlichen Regionen noch an der Spitze der Gewaltstatistik gelegen.

Die Angriffe im Landkreis Leipzig richteten sich nach Einschätzung der RAA vor allem gegen nicht-rechte, alternative Jugendliche oder politisch Aktive. Mit den Übergriffen und ihrer bedrohenden Präsenz beabsichtigen die Neonazis, ein Klima der Angst und der eigenen Dominanz zu etablieren, heißt es in der Pressemitteilung der RAA.