Hitlergruß bei Lok Leipzig Nachwuchs

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29.

April
2018
Sonntag

Ein Co-Trainer der B1-Mannschaft des 1. FC Lokomotive Leipzig fordert sein Team auf, für ein Mannschaftsfoto den Hitlergruß zu zeigen. Die (meisten) Jugendlichen kommen der Aufforderung nach. Das Foto wird öffentlich, da es über eine Whatsapp-Gruppe geteilt wird.
Wenige Tage nach dem Vorfall entlässt Lok Leipzig die beiden Nachwuchstrainer, stellt Strafanzeige und verhängt nach eigenen Angaben ein lebenslanges Hausverbot. Die 15 Jugendlichen werden bis zum Saisonende vom Spielbetrieb suspendiert. Das eingeleitete Ermittlungsverfahren wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen wird im November 2018 eingestellt.
Öffentlich positioniert sich der Verein deutlich zum Vorfall: "Das ist ein Schlag ins Gesicht jedes Sportlers, Vereinsmitglieds und Menschen mit gesundem Menschenverstand. Beim Zeigen dieses Grußes handelt es sich nicht nur um den Straftatbestand der Volksverhetzung, er steht stellvertretend für die millionenfache Ermordung von Menschen in einem Unrechtssystem. Das ist also weder ein Kavaliersdelikt noch eine Provokation oder gar ein „Spaß“."
Rechte Fans und Vorfälle haben bei Lok Leipzig allerdings Tradition. Immer wieder berichteten wir in diesem Zusammenhang, so z.B. am 17. Februar 2018 als Lok-Fans das sogenannte "U-Bahn-Lied" anstimmten. Eine umfassendere Übersicht zu Lok Leipzig findet sich in der letzten Ausgabe der Leipziger Zustände auf Seite 62/63.