Holocaust-Verharmlosung in der Kommentarspalte

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4.

Mai
2017
Donnerstag

Ein 18-jähriger aus Brandis kommentiert auf der Facebook-Seite der "Tag24" einen Artikel. Dabei behauptet er sinngemäß, dass im Holocaust deutlich weniger als sechs Millionen Menschen ermordet worden seien. Auch dass die Nationalsozialisten ihre Opfer vergast haben, bestreitet der junge Mann mit Verweis auf die angeblich effizientere Mordmethode der Enthauptung. Seinen Kommentar rundete er mit der verschwörungsideologischen Behauptung ab, der Zweite Weltkrieg sei ohnehin nur eine Ausrede zur Gründung des Staates Israel gewesen.

Der junge Mann muss sich daraufhin im Januar 2018 wegen Volksverhetzung vor dem Amtsgericht Grimma verantworten. Dieses verwarnt den Angeklagten nach Jugendstrafrecht und erteilte ihm die Auflage, 40 Stunden gemeinnützige Arbeit zu leisten. Dagegen geht er in Berufung. Sein Verteidiger, Rechtsanwalt Roland U., behauptete in der Berufungsverhandlung, die für eine Verurteilung erforderliche "feindselige Ignoranz" sei nicht gegeben. Die Geschichtswissenschaft habe "schon viel Mist produziert", sodass sich auch zukünftig historische Erkenntnisse als falsch erweisen könnten. Das Landgericht Leipzig folgte dieser Argumentation nicht und bestätigte die erstinstanzliche Verwarnung nebst Arbeitsauflage.

Quelle: 

chronik.LE