Holocaustleugnerin im NPD-Zentrum in der Odermannstraße

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20.

April
2012
Freitag

Laut Informationen vom GAMMA-Online hat der NPD Kreisverband pünktlich zum Jahrestag des Geburtstags von Adolf Hitler zu einem “gemütlichen Beisammensein” ins “Nationale Zentum” in der Odermannstraße 8 (Leipzig Lindenau) eingeladen. Für die inhaltliche Ausgestaltung des Abends sollte "die Antisemitin und Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck einen Votrag über das “Wirtschaftswunder der 30er Jahre” halten."

Die 1928 geborene Haverbeck ist in Leipzig keine Unbekannte, bereits im März 2010 hielt sie auf Einladung der NPD einen Vortrag in der Odermannstraße, damals zum Thema “Volksgemeinschaft contra Individualismus”. Auf der Website des NPD-Kreisverbandes Leipzig wurde die Referentin nachher gerühmt, sie sei “eine der prononciertesten Vertreterinnen des historischen Revisionismus, eine unerschrockene Kämpferin für die Wahrheit”. Tatsächlich hat Haverbeck Berichte über die Shoah als “Erfindungen und Lügen” bezeichnet.

Im Jahr darauf berichtete Haverbeck am selben Ort über die “Wirtschaftspolitik im 3. Reich”. Sie war außerdem federführend an der Einrichtung der neonazistischen “Gedächtnisstätte” in Borna bei Leipzig beteiligt, die 2009 wieder geschlossen wurde (siehe auch GAMMA #186). Hinter dem Projekt stand das “Collegium Humanum” mit Sitz im niedersächsischen Vlotho. Der Verein, den Haverbeck zuletzt anführte, ist im Mai 2008 verboten worden. Gegen das Verbot klagte sie dann erfolglos vor dem Leipziger Verwaltungsgericht.

Erst kürzlich hatte der NPD-eigene “Ring Nationaler Frauen” (RNF) Haverbeck zur “Frau des Jahres 2011″ gekürt. Zu Haverbecks “Leistungen” gehört u.a. eine rechtskräftige Verurteilung wegen Volksverhetzung. Gut bekannt ist sie beispielsweise mit Holocaustleugnern wie Ernst Zündel sowie Horst Mahler, für dessen Freilassung sie sich einsetzt. Mahlers Lebensgefährtin Sylvia Stolz war im Juli 2011 ebenfalls Gast in der Leipziger Odermannstraße. Stolz war erst kurz zuvor selbst aus der Haft entlassen worden, wegen Holocaustleugnung unterliegt die Anwältin weiterhin einem Betätigungsverbot.