Identitäre verklären Rassismuserfahrungen

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14.

Juli
2020
Dienstag

Mitglieder der Identitären Bewegung bringen in der Innenstadt und im Zentrum-Süd an verschiedenen Stellen Metallschilder mit der Aufschrift "Erbaut von weißen Männern" an. Diese fotografieren sie anschließend um sie für ihre social-media-Kanäle zu nutzen. Die Aufschrift beziehen sie sich auf die stärkere öffentlichen Diskussion von Rassismus und weißen Privilegien. Im Gegensatz zu rassismuskritischen Inverventionen geht es der Identitären Bewegung allerdings um die Bewahrung von Privilegien und Ungleichheiten sowie eine Glorifizierung einer weißen Vorherrschaft.
Fraglich ist, ob die Identitären sich wirklich mit der Geschichte der einzelnen Gebäude auseinandergesetzt haben und alle Arbeiter_innen, welche bei der Errichtung der Gebäude beteiligt waren auch weiße Männer waren. Ein aktueller Blick auf Leipziger Baustellen heute zeigt, dass ein großer Teil an Bauleistungen von unterbezahlten Migrant_innen geleistet wird. Auch der portugiesische Zimmermann Nuno Lourenço, eines der acht bekannten Todesopfer rechter Gewalt in Leipzig seit 1990, war Teil einer portugiesischen Bauarbeiterkolonne, die die MDR-Mediacity mit errichteten.

Die "Identitäre Bewegung" kommt ursprünglich aus Frankreich und ist seit 2012 auch in Deutschland vertreten. Ihre Ideologie begründet sich dabei im Ethnopluralismus. Diese kulturrassistische Argumentation geht davon aus, dass es unterscheidbare und homogene Kulturkreise gäbe, die durch Migration bedroht seien. Die "Identitäre Bewegung" tritt betont jugendlich und popkulturell auf, ihre rassistischen und islamfeindlichen Positionen werden dabei aktionistisch verpackt. Sie treten außerdem besonders im Internet in Erscheinung. Mehr Infos auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung (2014).

Quelle: 

chronik.LE