Identitären Banner an Leipziger Schule

Druckeroptimierte VersionAls Email versenden

16.

November
2018
Freitag

Am Wilhelm-Ostwald-Gymnasium in Leipzig-Lößnig wird ein Transparent mit der Aufschrift "Linken Lehrer in den Kaffee spucken. Identitäre Bewegung jetzt auch an deiner Schule." aufgehängt. Mit dem Transparent soll auf eine hippe und moderne Art und Weise vermeintlich linke Positionen an Schule diskreditiert werden. Als Korrektiv bietet sich hier die rechte "Identitäre Bewegung" an.

Der Slogan kann weiterhin im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Plattform "Lehrer-SOS" der AfD betrachtet werden. Auf diesem Portal ruft die AfD Sachsen - ähnliche Portale gibt es auch in anderen Bundesländern - dazu auf vermeintlich linke Aussagen von Lehrer_innen sowie Positionierungen gegen die AfD zu melden. Kritiker_innen befürchten eine Denunziationsplattform, welche Lehrer_innen in der Ausübung ihrer Tätigkeit einschränkt.

Am 22. August gab es eine ähnliche Aktion am Gymnasium St. Augustin in Grimma.

Die "Identitäre Bewegung" kommt ursprünglich aus Frankreich und ist seit 2012 auch in Deutschland vertreten. Ihre Ideologie begründet sich dabei im Ethnopluralismus. Diese kulturrassistische Argumentation geht davon aus, dass es unterscheidbare und homogene Kulturkreise gäbe, die durch Migration bedroht seien. Die "Identitäre Bewegung" tritt betont jugendlich und popkulturell auf, ihre rassistischen und islamfeindlichen Positionen werden dabei aktionistisch verpackt. Sie treten außerdem besonders im Internet in Erscheinung. Mehr Infos auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung (2014).