Infotafeln zu Leben und Werk von Gerda Taro zerstört

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3.

August
2016
Mittwoch

In der Nacht vom 3. auf den 4. August 2016 haben Unbekannte, die zuvor im Rahmen des Foto-Festivals „f/Stop“ ausgestellten Fotographien der jüdischen Fotografin Gerda Taro (*1.August.1910 in Stuttgart + 26. Juli 1937 in El Escorial/ Spanien), mit schwarzer Teerfarbe übermalt. Diese Installation im öffentlichen Raum sollte an Gerda Taro erinnern, die 1933 – damals hieß sie noch Gerta Pohorylle – von Leipzig aus nach Paris geflohen war. Ausgestellt waren neben Informationen zu ihrem Leben und Werk, vor allem Fluchtszenen von Frauen, Kindern und alten Menschen während des Spanischen Bürgerkriegs.
Gerad Taro und ihr Mann Robert Capa gingen 1936 zusammen als Fotograf_innen nach Spanien, um die Gräuel des Spanischen Bürgerkriegs zu dokumentieren. Beide revolutionierten das mediale Bild von Krieg und Flucht. Sie gelten als Vorreiter_innen der modernen Kriegsfotografie.
Eine Verbindung zur heutigen Fluchtbewegungen und den Konflikten im Mittleren und Nahen Osten sind eindeutig. Neben der jüdischen Herkunft der Fotografin deutet dies auf einen rechten Hintergrund der Tat hin.

Das f/Stop Foto - Festival hat über eine Crowdfunding-Kampange die Wiederherstellunge der Bilder finanziert. Ab dem 19.09.2016 sind die Bilder von Gerda Taro an der Straße des 18. Oktobers wieder zu sehen.

Quelle: 

LVZ-Online vom 04.08.2016: "Infotafeln zu Leben und Werk von Gerda Taro mit schwarzer Farbe überpinselt"
LVZ-Online vom 10.08.2016: "Nach Teer-Attacke: f/Stop-Team will Gerda-Taro-Tafeln in Leipzig retten"

LVZ-Online vom 15.09.2016: "Nach Teer-Attacke in Leipzig: Gerda-Taro-Fotos ab Montag wieder zu sehen"