Japanische Fußballfans von RB-Spiel ausgeschlossen

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1.

März
2020
Sonntag

Eine Gruppe von 20 Japaner_innen wollen sich das Heimspiel von RB Leipzig gegen Bayer Leverkusen im Stadion anschauen. Das Spiel läuft bereits seit 10 Minuten, als sie mit Verweis auf das Corona-Virus von zehn Ordnern aus dem Stadion verwiesen werden.
RB Leipzig veröffentlicht kurz darauf eine Stellungnahme und bestätigt den Vorfall. Man habe sich an den Handlungsempfehlungen des Robert-Koch-Instituts orientiert und entschuldige sich für den Fehler. Aus den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts lässt sich keine solche Handlungsweise ableiten. Lediglich findet sich dort ein Hinweis zum "Ausschluss von Personen mit respiratorischen Symptomen". Japan hatte zu diesem Zeitpunkt mit seinen ca. 250 lediglich einen geringen Anteil an den weltweit mehr als 91.000 Infizierten (Stand: Anfang März) (Vgl. Echtzeitkarte der Verbreitung). Die Rauswurf der Japaner_innen offenbart somit einen rassistischen Blick.
Vor dem Spiel gab es noch Choreographie der Fans mit dem Motto "Love, Peace, Rasenball", welche sich öffentlich gegen Rassismus und Diskriminierung aussprach. Das Verhalten der Sicherheitskräfte wird von Seiten des Clubs nicht als rassistisch bewertet, zumindest taucht dieser Begriff nicht in der Stellungnahme von RB Leipzig auf.

Auf Twitter erfolgt am 02. März ein Update zur Stellungnahme, indem sich der Verein "gegen Rassismus und jedwede Art von Ausgrenzung" ausspricht. Auch ein persönliches Treffen mit den Betroffenen hat stattgefunden, bei dem sich der Verein persönlich entschuldigt hat.

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