JN-Europa-Kongress in Thüringen statt im "Großraum Leipzig"

Druckeroptimierte VersionAls Email versenden

22.

März
2014
Samstag

Ein ursprünglich für den "Großraum Leipzig" angekündigter Kongress der NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten" (JN) fand am 22. März in Thüringen statt. Ungefähr 150 Nazis versammelten sich unter dem Motto „Vision Europa. Jung, frech, radikal“ in der sogenannten "Erlebnisscheune" in Kirchheim. Der Kongress diente hauptsächlich der persönliche Vernetzung und dem Austausch etwaiger Strategien, u.a. bezüglich der Europawahl. Auf dem Weg zu einer Protestkundgebung wurden Gewerkschaftsmitglieder in einem Nachbardorf durch vermummte Neonazis mit Steinen angegriffen.

Anders als von den Veranstalter/innen ergofft, kamen deutlich weniger internationale Gäste zu dem als "Europakongress" bezeichneten Treffen. Neben Mitgliedern der NPD selbst (u.a. Andy Knape, JN-Bundesvorsitzender; Olaf Rose, Platz 2 auf der Europaliste der NPD; Jens Pühse, NPD-Bundesgeschäftsführer und Udo Voigt, NPD-Spitzenkandidat für die Europawahl) waren u.a. Mitglieder der „Partei der Schweden“, der "Goldenen Morgenröte" aus Griechenland, der tschechischen „Arbeiterjugend“ sowie Nick Griffin, der Vorsitzende der „British National Party“ (BNP). Außerdem waren auch Vertreter/innen der italienischen „Casa Pound“-Bewegung, der „Nationalistischen Studenten von Flandern“ (NSV) und der „Partei National Orientierter Schweizer“ (PNOS).

Dresdner AfD-Mitglied tritt wegen seiner Teilnahme am JN-Kongress von Ämtern zurück

Anwesend war pikanterweise auch Sören Oltersdorf, zu diesem Zeitpunkt noch Vorstandsmitglied und Stadtratskandidat der Dresdner "Alternative für Deutschland" (AfD). In der dadurch ausgelösten Debatte wurde seine Teilnahme vom Dresdner AfD-Vorsitzenden Jörg Urban lediglich als „Blick über den Tellerrand“ abgetan. Daraus "eine rechtsextreme Gesinnung herzuleiten", sei "ebenso haltlos wie oberflächlich“.

Als dann jedoch später auch noch bekannt wurde, dass Otterndorf zudem im Februar und März bei den sogenannten "Trauermärschen" der NPD in Dresden und Chemnitz mitmarschiert war, trat er von seinem Vorstandsamt und von der Stadtratskandidatur zurück. Urban bezeichnete dies als einen „verantwortungsbewusste[n] Schritt, der meinen vollen Respekt genießt“. Der damalige stellvertretende AfD-Landesvorsitzende Thomas Hartung kommentierte dies mit den Worten: „Er hat eine zweite Chance verdient und wird die als einfaches Mitglied auch bekommen.“