JN Leipzig stört Veranstaltung zum Gedenken des Sieges über den Nationalsozialismus

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23.

April
2010
Freitag

Am 23. April störten etwa 15 Neonazis aus dem Umfeld der JN und "Freie Kräfte" eine Veranstaltung auf dem Augustusplatz, während der an den Sieg der Alliierten über den Nationalsozialismus erinnert wurde. Sie versuchten auch Teilnehmer_innen anzugreifen.

Am 25. April 1945 trafen die amerikanische und die sowjetische Armee auf der zerstörten Elbbrücke bei Torgau zusammen und besiegelten das symbolische Ende des Nationalsozialismus. Anlässlich dieses historischen Tages findet jährlich eine Rundfahrt historischer Kriegsmobile durch Sachsen statt. Diese machte in diesem Jahr auch Station in Leipzig auf dem Augustusplatz, um an das Ende des Nationalsozialismus und den Sieg der Allierten zu erinnern.

Bereits eine Stunde vor Ankunft, gegen 12 Uhr, trafen sich unter der Führung des Leipziger Neonazis und JN-Landesvorsitzenden Tommy Naumann sowie seinem Gehilfen und NPD-Stadtratskanditat Istvan Repaczki etwa 15 Neonazis. Als die Wagenkolonne den Augustusplatz erreichte, sammelten sie sich rasch und versuchten ein antiamerikanisches Transparent zu entrollen. Die anwesende Polizei verhinderte dies jedoch und nahm die Personalien von Tommy Naumann und weiteren Neonazis auf. Offensichtlich wurde ihnen untersagt eine spontane Kundgebung anzumelden, Platzverweise erhielten die Neonazis jedoch nicht. So konnten sie weiter ungestört die Anwesenden anpöbeln und nicht-rechte Jugendliche fotografieren. Mit Handschuhen und Mundschutz bewaffnet versuchten die Neonazis trotz der Polizeipräsenz auch einige anwesende Antifaschist_innen anzugreifen, die sich am Gedenken beteiligten. Diese mussten sich in eine Straßenbahn zurückziehen. Erst kurz bevor die Kolonne ihre Fahrt nach Torgau fortsetzte, verließen die Neonazis geschlossen den Augustusplatz - ohne Polizeibegleitung.

Quelle: 

chronik.LE