John-Reed-Fitnessclub würdigt Frauen herab

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12.

Januar
2020
Sonntag

Im John-Reed-Fitnessclub am Augustusplatz installierten die Betreiber Pissoirs, deren Form und Farbgebung an den Mund einer Frau erinnern soll.

Durch diese Symbolik werden Frauen(körper) sexualisiert und Männern vermittelt, sie könnten jederzeit und in jeder Form über Frauen(körper) verfügen. Zugleich werden Frauen damit zu Objekten degradiert. Solche und ähnliche Darstellungen tragen dazu bei, ein "gesellschaftliches Klima, in dem sexualisierte Gewalt und Vergewaltigungen permanent produziert und gleichzeitig unsichtbar gemacht werden", zu erzeugen und gleichzeitig zu normalisieren.

Frauen, die dieser erwarteten Verfügbarkeit nicht gerecht werden, sich entziehen, diese kritisieren und bekämpfen, erfahren unterschiedlichste Formen von Zurechtweisungen, folglich misogyne (Gewalt)Akte. Mehr zu Misogynie im Artikel "Einzelfall, tragisches Schicksal oder selbst Schuld? Frauenmorde und ihre rassistische Verwertung" (S. 40-42) von Naomi Shibata und Lena Kirsch in der 2019er Ausgabe der »Leipziger Zustände«.