Kampfsportturnier mit Leipziger "Aktivisten" in Köthen

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3.

April
2011
Sonntag

Am Sonntag fand in der Heinz-Fricke-Halle in Köthen (Sachsen-Anhalt) eine Kampfsportveranstaltung unter dem Titel "Pride and Glory" statt. Organisiert wurde das Spektakel mit MMA-(Mixed Martial Arts), Box- und anderen Kämpfen von einem Leipziger Security-Unternehmer, der selbst als Free Fighter aktiv ist. Nach Köthen gereist waren aus Leipzig offenbar auch einige Neonazis. Das "Aktionsbündnis Leipzig" (Teil des neonazistischen "Freien Netzes") verkündete via Twitter: "Heute Kampfsportgala 'Pride and Glory' in Köthen mit Aktivisten aus Leipzig!"

Welche "Aktivisten" sie in Köthen unterstützen wollten, verrieten die Kameraden zwar nicht. Unter den Kämpfern waren jedoch u.a. Anhänger der neonazistischen Hooligan-Gruppierung "Scenario Lok" aus dem Umfeld von Lok Leipzig. Laut dem antifaschistischen Rechercheflyer "Gamma" engagieren sich einige Scenario-Mitglieder auch beim eng mit der JN Leipzig (NPD-Nachwuchsorganisation "Junge Nationaldemokraten") verbandelten "Aktionsbündnis".

Einer der in Köthen aktiven Sportler stand am nächsten Tag wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an Krawallen während eines Fußballspiels 2008 in Halle vor Gericht. Während der Berufungsverhandlung gab der heute 21-Jährige an, nicht mehr aktiv in der Fanszene und bei "Scenario" dabei zu seien. Die Beteiligung an den Ausschreitungen in Halle konnte ihm nicht nachgewiesen werden, weshalb er freigesprochen wurde.

Trotz dieser Distanzierung werden er und andere in Köthen kämpfende Free Fighter beim "Aktionsbündnis Leipzig" aber weiterhin als "Aktivisten" angesehen. So heißt es über einen weiteren Leipziger MMA-Kämpfer, der als "Scenario"-Mitglied gilt, er sei "mit lautstarkem Fanblock" angereist.

Quelle: 

Twitternachricht des neonazistischen "Aktionsbündnis Leipzig" vom 03.04.2011, Veranstaltungsbericht bei GroundandPound vom 04.04.2011, Gamma-Newsflyer Nr. 187, L-IZ-Artikel vom 08.04.2011