Kranzniederlegungungen zum "Volkstrauertag"

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17.

November
2013
Sonntag

Anlässlich des "Volkstrauertages" legten Neonazis in den Landkreisen Nordsachsen und Leipzig an verschiedenen Orten Kränze nieder. Im Doberschützer Ortseil Mörtitz beteiligten sich daran laut Innenministerium etwa 20 Personen von NPD, JN und Freien Kräfte. Weitere Kranzniederlegungen fanden an Denkmälern in Wurzen, Dehnitz und Geithain statt.

Bis 2011 marschierten Neonazis aus dem NPD/JN-Umfeld an dem von ihnen zum "Heldengenken" deklarierten Tag mehrfach in Wurzen auf. Seit 2012 beschränken sie sich aufs Abwerfen von Kränzen, denen häufig keine lange Verweildauer vergönnt ist.

Der Volkstrauertag wurde auf Vorschlag des "Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge" eingeführt, um im deutsch-nationalistischen Duktus den deutschen Toten des Ersten Weltkrieges zu gedenken. Wenig später wandelte sich die Gedenk- und Erinnerungskultur der Weimarer Republik. So rückten Ende der Zwanziger Jahre "Trauer" und Gedenken an die Toten zunehmend in den Hintergrund. Stattdessen wurde eine gesteigerte Mystifizierung von "Heldentum" und "Opferbereitschaft" des "wehrhaften Frontsoldaten" durch Denkmäler und politische Feiern betrieben. Ab 1934 wurde der Tag im nationalsozialistischen Deutschland offiziell als "Heldengedenktag" begangen. Unter dem gleichen NS-Etikett begehen auch heute noch alte und neue Nazis den Tag.

Quelle: 

Kleine Anfrage Drs.-Nr. 5/13460 ("Aktivitäten der NPD in Sachsen 2013"); Kleine Anfrage Drs.-Nr. 5/13237