"Lügenpresse": Anschlag mit Farbe und Steinen auf die LVZ in Eilenburg

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20.

März
2015
Freitag

In der Nacht zu Freitag haben Unbekannte einen Anschlag auf die Geschäftsstelle der Leipziger Volkszeitung (LVZ) in Eilenburg verübt. Die Täter/innen beschmierten kurz nach Mitternacht die Fassade mit einer bräunlichen Flüssigkeit, warfen Scheiben mit fünf großen Steinen ein und hinterließen an der Eingangstür sowie einem Fenster den Schriftzug "Lügenpresse".

Dieser ursprünglich aus dem 19. Jahrhundert stammende Begriff wurde während des Nationalsozialismus zur Denunzierung von Kritiker_innen der Nazis genutzt und erfährt seit einiger Zeit im Rahmen der sogenannten Pegida-Proteste eine neue Konjunktur. Auch beim Leipziger Pegida-Ableger "Legida" war die Parole immer wieder zu hören.

Offenbar wurden aus diesen Worten nun in Eilenburg Taten. Die dortige Lokalausgabe der LVZ hatte zuletzt unter anderem über eine Anti-Asyl-Demonstration berichtet, die der örtliche NPD-Stadtrat und JN-Landesvorsitzende Paul Rzehaczek angemeldet hatte. Nachdem die LVZ darüber informiert hatte, schrieb die JN-Tarninitiative "Unser Eilenburg" auf ihrer Facebook-Seite: "Liebe LVZ, Sie reihen sich nahtlos bei Schmierblättern von Bild bis Spiegel ein. LÜGENPRESSE!"

Auf einer erst seit kurzem eingerichteten Facebook-Seite namens "Eilenburg bleibt braun" wird der Anschlag mit den Worten "Wer Wind sät..." und "NS: Wir distanzieren uns natürlich von dieser Tat" sowie einem grinsenden Smiley kommentiert.

Zur Geschichte des Begriffs "Lügenpresse" siehe diesen Artikel von Christian Buggisch.

Quelle: 

Pressemitteilung der PD Leipzig vom 20.03.2015, LVZ-Online vom 20.03.2015, MoPo vom 20.03.2015, FB-Seiten "Unser Eilenburg" (06.03.2015) und "Eilenburg bleibt braun" (20.03.2015