Lausen: Angriff auf Fans von Roter Stern Leipzig

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14.

Juni
2013
Freitag

Am Abend des 14. Juni wurden Fans und die Volksport-Mannschaft von Roter Stern Leipzig (RSL) von etwa 20 Personen angegriffen.

Hintergrund war ein Fußballspiel des RSL bei der "SG Lausen Draussen" in einer Freizeit-Kleinfeldliga (Volkssport-Klasse) auf dem Sportplatz an der Zschocherschen Allee. Nach dem Spiel versammelten sich gegen 20Uhr Fans und Mannschaft des Roten Stern Leipzig auf der Straße vor dem Sportplatz, um gemeinsam die Heimreise anzutreten. Die Mannschaft des Roten Stern hatte bereits zuvor aufgrund der als Bedrohung empfundenen Anwesenheit einiger Zuschauer auf die Dusche zu Gunsten einer schnellen Abreise verzichtet. Nach dem Ausruf "Nehmt Frauen und Kinder weg! Jetzt gehts los!" stürmten etwa 15 bis 20 Personen zielgerichtet auf die RSL-Gruppe zu. Unter den Angreifern war wohl auch der Leipziger Neonazi-Kader Istvan R., ehemaliger Stadtratskandidat der NPD und ehemaliger Mitarbeiter der sächsischen NPD-Landtagsfraktion. Der Neonazi engagiert sich nun in der von Jungnazis dominierten Fangruppierung "Scenario Lok". Nach einer kurzen Rangelei konnten die Angreifer zurückgedrängt werden und zogen sich auf das Gelände des Sportparks zurück, von wo sie Gegenstände über den Zaun Richtung RSL-Fans warfen.

Laut Angaben der LVZ habe die Polizei zu dem Fall bisher nichts offiziell mitgeteilt und verweise auf laufende Ermittlungen. Allerdings werde die Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen bestätigt. Informationen über Verletzte lägen nicht vor. Derzeit laufe bei der Kriminalpolizei ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs gegen unbekannt.

Fragwürdig erschien die zunächst tendenziöse Berichterstattung der LVZ, die die Auseinandersetzung als "Hooligan-Schlacht" betitelte. Dabei wird unterstellt, dass sich RSL-Anhang und die angreifende Gruppe bewusst zu einer sogenannten dritten Halbzeit, also einer Schlägerei zwischen Hooligans im Anschluss eines Fußballspieles, verabredet hätten. Dass Roter Stern Leipzig sich als antifaschistischer und antirassistischer Fußballverein versteht, und gerade deshalb in vergangen Jahren öfters gezielt durch Neonazis bei Spielen provoziert und angegriffen wurde, bleibt unerwähnt. Das Ereignis wird zu Gunsten einer medienwirksamen Berichterstattung entpolitisiert und zu "schweren Krawallen" zwischen Chaoten umgedeutet - die Gegenwehr bei einem gezielten Angriff verschwimmt zur "Hooligan-Schlacht" in dieser Gleichung der angeblich "Gleichgesinnten".

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