Legida-Anhänger, Querfrontler und Neonazis demonstrieren in Wurzen

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20.

Februar
2015
Freitag

Nach der "Spontandemonstration" in der vorigen Woche fand am Freitagabend in Wurzen eine ordnungsgemäß angemeldete Demonstration von Legida-Anhänger/innen und Asylgegner/innen statt. An dem Marsch durch die Stadt, vom Markt zu Bürgermeister-Schmidt-Platz und zurück, beteiligten sich etwa 120 bis 150 Personen. Laut Einschätzung von Beobachter_innen überwiegend jüngere Männer aus dem Neonazi-Milieu. Der Aufzug war lediglich von 30-40 Polizist_innen abgesichert und wirkte für Außenstehende teilweise bedrohlich.

Anmelder war der Wurzener Markus Johnke, der bei Legida e.V. als Vizvorsitzender fungiert. Neben Johnke kam wiederum der Leipziger Querfrontler Stephane Simon als Redner zu Wort. Simon beklagte in seiner Rede einen "Faschismus des Geldes, der Banken und des Kapitals" und forderte, Deutschland müsse "wieder souverän werden" und eine Verfassung sowie einen "Friedensvertrag" bekommen. An Parolen war neben "Wir sind das Volk" auch "Merkel muss weg" zu hören.

Auf den Titel "Wurgida" verzichtet die Gruppierung bisher. Trotz des Legida-Vizes Johnke als Anmelder und Redner wird auf der Facebook-Seite "Wurzen wehrt sich gegen Asylmissbrauch" in Bezug auf die Demonstration behauptet: "Wurzen wehrt sich, hat nichts mit Legida zu tun, sondern ist eine eigenständige Bewegung der Einwohner von Wurzen". In nationalistischer und antiamerikanischer Manier heißt es zu den Forderungen der Gruppe: "Jetzt muß endlich Schluß sein! Schluß sein, mit der Unterstützung des amerikanischen Raubrittertums und dessen negativen Auswirkungen auf alle (!) Völker dieser Erde!"

Die Versammlung soll laut Ankündigung der Organisator/innen nun alle zwei Wochen wiederholt werden. Das nächste Mal am 6. März.

Quelle: 

LVZ/MTL vom 21.02.2015, Facebook-Seite "Wurzen wehrt sich gegen Asylmissbrauch", chronik.LE