Leipziger Buchmesse: Burschenschaften, ein rechtes Magazin und Gerd Fritzsche

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18.

März
2011
Freitag

Für den 18. März lud der „Convent Deutscher Akademikerverbände“ (CDA) anlässlich der Leipziger Buchmesse zu einem Vortragsabend in die Gosenschänke „Ohne Bedenken“ in der Menckestraße ein. Auf dem Programm stand u.a. ein Vortrag von Gerd Fritzsche zum Thema „Die lustige Alma Mater – Der Verbindungsstudent in der Karikatur“. Fritzsche sitzt seit 2008 für die NPD im Kreistag Leipziger Land.

Der CDA, ein Dachverband von Dachverbänden studentischer Verbindungen, präsentiert sich seit einigen Jahren mit einem eigenen Stand auf der Leipziger Buchmesse. Hier wirkte Fritzsche ebenfalls als Standbetreuer mit. Der 58-jährige parteilose Kommunalpolitiker gehörte bis 2009 der „Leipziger Burschenschaft Germania“ an und studiert seit Oktober 2010 an der Universität Leipzig.

Weiterhin wurde dem rechten Magazin „Blaue Narzisse“ am 19. März ein Podium auf der Leipziger Buchmesse geboten. Zusammen mit dem „Leipziger Literaturverlag“ verliehen seine Vertreter, darunter Felix Menzel, auf der Buchmesse einen „Rilke-Preis“. Menzel ist u.a. Mitbegründer, Herausgeber und verantwortlicher Redakteur der Online-Publikation „Blaue Narzisse“, die sich selbst als „Jugend-Kulturzeitung“ bezeichnet. Nebenbei war Menzel bereits als Autor für die bundesweit vertriebene völkisch-nationalistische Wochenzeitung „Junge Freiheit“ tätig. Mittlerweile engagiert er sich auch für die vom völkisch-nationalistischen „Institut für Staatspolitik“ herausgegebene Zeitschrift „Sezession“.

Am Abend des 19. März fanden sich Vertreter der „Blauen Narzisse“ und die Gewinner des von ihnen ausgelobten „Rilke-Preises“ zum gemeinsamen Abendessen in den Räumen der „Burschenschaft Arminia zu Leipzig“ in der Georg-Schumann-Straße ein.

Zwei Tage später nahm der Leipziger Literaturverlag Abstand von seiner Rolle bei der Verleihung des „Rilke-Preises“, nachdem ihm die politische Ausrichtung von Menzel und der „Blaue Narzisse“ bekannt geworden war. In einer Pressemitteilung heißt es, der Verlag distanziere sich „vom Versuch [...], den Dichter Rainer Maria Rilke für politische Meinungsbekundungen zu mißbrauchen.“

Quelle: 

chronik.LE, Leipziger Literaturverlag, Webseite der CDA, Webseite der Blauen Narzisse