Leipziger Neonazis agitieren auf Sozialprotestkundgebung für Aufmarsch am 16.10.

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3.

Oktober
2010
Sonntag

Am 3.10. fand in der Leipziger Innenstadt die Kundgebung "Steh auf, sag nein - gegen Sozialkürzungen" mit etwa 75 Teilnehmer_innen statt. Die Veranstalter_innen boten ein offenes Mikrofon für alle, die sich gegen die geplanten finanziellen Einschnitte der Bundes- bzw. Landesregierung aussprechen wollten. Zuvor grenzten Sie sich explizit gegen menschenverachtende Aussagen und entsprechende Reden ab.

Nach ca. 30 Minuten nahm ein junger, schwarz gekleideter Mann das Mikrofon. Als er dazu anhob, für die Teilnahme am Neonaziaufmarsch am 16. Oktober zu werben, kappten die Veranstalter_innen den Strom. Etwa fünf bis sieben Personen versuchten daraufhin ein Transparent zu entrollen. Darauf zu lesen war die von Neonazis propagierte Parole "Nationaler Sozialismus", sowie ein Hinweis auf die Internet-Plattform regionaler Neonazi-Kameradschaften, "Freies Netz". Im Nachhinein stellte sich heraus, das der Redner David Dschietzig war, ein Aktivist der NPD-Jugenorganisation JN. Dschietzig kanidierte 2009 erfolglos für den Stadtrat in Halle auf der Liste der NPD. Als Redner trat er bereits beim Aufmarschversuch Leipziger Neonazis am 17.10.2009 auf.

Der Redner wurde von der Polizei des Platzes verwiesen. Seine Kameraden folgten ihm. Kurz vor dem Zwischenfall hatte die Polizei auf die Präsenz von "Odermannstrassenklientel" hingewiesen. In der Odermannstaße befindet sich das Büro der NPD, in welchem sich auch die "Freien Kräfte Leipzig" bzw. der JN Leipzig treffen.

Quelle: 

Ladenschluss-Bündnis, L-IZ vom 04.10.2010