Leipziger Neonazis beteiligen sich an Gewaltaufmarsch in Berlin

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14.

Mai
2011
Samstag

Am 14. Mai 2011 versuchten Berliner Neonazis einen Aufmarsch durch Berlin-Kreuzberg durchzuführen. Mobilisiert hatten Neonazis aus dem Spektrum der "Freien Kräfte" und der NPD. An dem konspirativ vorbereiteten Aufmarsch haben auch bekannte Neonazis aus Leipzig und Nordsachsen teilgenommen. Anmelder war der langjährige Berliner Neonazikader und stellvertretende NPD-Landesvorsitzende Sebastian Schmidtke. Der Aufmarsch war Teil der derzeitigen "Ausländer Raus"-Kampagne Berliner Neonazis.

Rund 110 Neonazis versammelten sich unter dem Motto "Wahrheit macht frei! - Für die Erfassung der Nationalität bei Straftätern" am U-Bahnhof Mehringdamm in Kreuzberg. Das Motto lehnt sich offensichtlich an die zynische KZ-Losung "Arbeit macht frei" an, welche als Schriftzug am Eingang des Konzentrationslagers in Auschwitz prangte.

Während des Aufmarschs wurden massiv ausländerfeindliche, rassistische und antisemitische Parolen gebrüllt. Gegendemonstrant_innen wurden immer wieder aus dem Aufmarsch heraus bedroht und beschimpft. Nachdem die Neonazis eine Polizeikette überrannten, attackierten sie Gegendemonstrant_innen, Menschen mit Migrationshintergrund, Journalist_innen und Passant_innen äußerst brutal mit Tritten, Schlägen, Steinen und Flaschen. Die Polizei war aufgrund ihrer geringen Präsenz mit der Situation vollkommen überfordert und minutenlang nicht in der Lage, die Angriffe der Nazischläger zu unterbinden.

An dem Aufmarsch beteiligten sich auch etliche Neonazis aus Leipzig, Mügeln, Eilenburg und Dresden, unter anderem der Leipziger Istvan Repaczki, führender Kopf der Leipziger Neonazi-Szene, Kommunalwahlkandidat der NPD in Leipzig und Mitarbeiter der NPD-Landtagsfraktion. Fotos zeigen Repaczki vermummt. Neonazis aus Sachsen waren auch unmittelbar an den Angriffen beteiligt.

Auf den Seiten des neonazistischen "Aktionsbündnis Leipzig" rühmen sich Leipziger Neonazis der Beteilgung an dem Aufmarsch und hetzen gegen "orientalide [sic!] Horden", "ausländische Kriminelle" und "vielerelei Fremdvölker". Wie in Berlin gezeigt, fordern sie auch in Leipzig auf zum Kampf für "ein Deutschland, das wieder den Deutschen gehört!"

Quelle: 

Zeitschrift "Monitor" des APABIZ (Download), Tagesspiegel Online 15.05.2011, Fotos des Aufmarschs und Angriffs (1,2,3) auf Flickr, neonazistisches "Aktionsbündnis Leipzig" vom 16.05.2011