Leipziger Neonazis verprügeln Schwarzen Türsteher auf Mallorca

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7.

Juni
2019
Freitag

Gegen 21:30 beginnen zwei Tatverdächtige grundlos einen Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma in der Diskothek "Megapark" in Palma de Mallorca anzugreifen, sodass er bewusstlos zu Boden fällt. Als er am Boden liegt schlagen die beiden Angreifer weiter auf ihn ein. Der 44-jährige Senegalese erleidet ernsthafte Schädigungen seines Rückenmarks mit Verdacht auf Querschnittslähmung. Eine Lebensgefahr besteht jedoch nicht, eine Notoperation kann verhindern, dass der Mann querschnittsgelähmt bleibt. Erst hinzueilendes Sicherheitspersonal kann die Täter schließlich festhalten und der spanischen Polizei übergeben.
Bei den Tätern handelt es sich um Hooligans des Fußballclubs Lokomotive Leipzig, welche als extrem rechts gelten und häufig durch rassistische Angriffe auffallen. Zum Tatzeitpunkt waren zahlreiche Anhänger der Ultra- und Hooliganszene des Viertligisten auf Mallorca unterwegs. Ein auf den 08.06. datiertes Gruppenfoto zeigt rund 70 Lok-Anhänger, darunter vorbestrafte Gewalttäter und Kampfsportler. Das Bild wurde aus Kreisen des Imperium Fight Teams bekannt, welches eng verbunden ist mit der Hooliganszene um Lok Leipzig. Die Täter des Angriffs im "Megapark", Robert F. und Johannes H., stammen scheinbar aus dem Umland von Leipzig und sind 20 und 21 Jahre alt. Bei einer Razzia in den Hotelzimmern wurde Kampfsportausrüstung sichergestellt und verschiedene Symbole von neonazistischen Vereinigungen in Chats auf ihren Smartphones festgehalten, weshalb die Behörden von einer rassistischen Tatmotivation ausgehen. Die spanische Mordkommission wirft den Tätern versuchten Totschlag vor. Die beiden Angreifer sitzen seitdem in Untersuchungshaft.
Die Diskothek "Megapark" ist gerade bei deutschen Touristen auf der Insel Mallorca sehr beliebt. Jedoch kam es dort bereits in der Vergangenheit zu Vorfällen von Pöbeleien von Neonazis sowie dem Entrollen der Reichskriegsflagge im Jahr 2017.