Leipziger NPD-Chef nach Attacke auf Fahrradfahrer in U-Haft

Druckeroptimierte VersionAls Email versenden

2.

August
2015
Sonntag

Der Leipziger NPD-Chef und Stadtrat Enrico Böhm sitzt nach einem Übergriff auf einen Fahrradfahrer in U-Haft. Böhm soll am Sonntag den Fahrradfahrer, der mit einem Lastenfahrrad unterwegs war, erst bedrängt haben. Als der Betroffene an einer roten Ampel das Kennzeichen von Böhms Fahrzeug fotografieren wollte, stieg dieser aus und schlug auf den Fahrradfahrer ein, der sich dagegen wehrte.

Böhm und seine Begleiterin waren unterwegs zu einer Anti-Asyl-Kundgebung in Grimma, bei der Böhm als Redner aufgetreten ist. In der darauffolgenden Nacht wurde Böhm von der Polizei abgeholt, die ihn in eine Justizvollzugsanstalt brachte. Der Vorwurf lautet auf gefährliche Körperverletzung. In Haft genommen wurde Böhm wegen Verdunkelungsgefahr.

Das Vorstrafenregister des 32-Jährigen weist 13 Einträge auf, zuletzt war er im April zu acht Monaten Gefängnis verurteilt worden. Dieses Verfahren läuft aber noch, da Böhm Widerspruch gegen das Urteil eingelegt hat. Insgesamt sollen gegen den NPD-"Politiker" derzeit vier Verfahren anhängig sein, berichtet die L-IZ.

Die NPD behauptet in ihrer Darstellung zu dem Vorfall, ihr Kreisvorsitzender habe sich und seine Freundin nur gegen den aggressiven Radfahrer verteidigt und sei "unrechtmäßig verhaftet" worden. Der Vorfall werde "vom sogenannten Rechtsstaat und deren Bediensteten offensichtlich mißbraucht [...], um gegen Rechts zu agieren."