Leipziger NPD-Stadtrat Rudi Gerhardt verlässt Partei, behält aber sein Mandat

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5.

September
2012
Mittwoch

Der Leipziger Stadtrat Rudi Gerhardt ist aus der NPD ausgetreten. Das Stimmengewicht der neonazistischen NPD im Stadtparlament beschränkt sich nun auf das Mandat von Klaus Ufer, Jg. 1940.

Gerhardt vertrat drei Jahre lang zusammen mit seinem Amtskollegen Klaus Ufer als fraktionsloser Abgeordneter die Interessen der NPD im Leipziger Stadtrat. Über die Gründe für seinen Austritt ist bisher nichts bekannt.

Der 60-jährige Gerhardt will laut Medienberichten sein Mandat im Stadtrat auch als Parteiloser weiter ausüben. Dadurch blockiert er einen von der NPD entsandten Nachrücker. Da der gemäß dem Ergebnis der Stadtratswahl 2009 als nächstes zum Zuge kommende frühere NPD-Landesvorsitzende und Landtagsabgeordnte Winfried Petzold mittlerweile verstorben ist, würde Gerhatrds Mandat bei dessen Rückzug an den 29-jährigen Enrico Böhm übergehen. Der mehrfach vorbestrafte Böhm, der kurzzeitig auch als technischer Mitarbeiter für die sächsische NPD-Landtagsfraktion tätig war, agierte jahrelang in der gewaltbereiten, offen neonazistischen Lok-Fangruppierung "Blue Caps LE".

Der NPD-Kreisverband Leipzig hüllt sich bislang in Schweigen. Auf seiner Internetpräsenz wurden lediglich die persönlichen Informationen zu Gerhardt entfernt und die entsprechende Rubrik mit Informationen zu dem nun einsamen Ufer in "Unser Stadtrat" angepasst.

Quelle: 

LVZ vom 5.9.2012, L-IZ vom 7.9.2012