Leipziger Polizei verharmlost sexuellen Übergriff

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11.

Juli
2018
Mittwoch

Die Polizeidirektion Leipzig berichtet im Rahmen ihrer Medieninformation über einen sexuellen Übergriff und verharmlost dabei zunächst das Geschehen. Folgendes ist vorgefallen: Eine Frau wird am Mittwochabend in einer Straßenbahn von einem 24-jährigem Mann an die Brust gegriffen. Die Frau weist ihn zurück und stellt ihn zur Rede. Daraufhin schlägt er ihr mit der Faust ins Gesicht. Die 25-Jährige wehrt sich und hält den Täter bis zum Halt der Bahn an der Haltestelle Bayrischer Platz fest.

Als eine Passantin die beiden trennt, gelingt es dem Angreifer zu fliehen. Die Geschädigte nimmt die Verfolgung auf, um ein Foto des Täters zu machen. Daraufhin schlägt er ihr erneut mehrfach ins Gesicht. Zwei weitere Passanten kommen zur Hilfe und halten den Mann bis zum Eintreffen der Polizei fest. Wie sich herausstellt, liegen gegen den 24-Jährigen bereits mehrere Anzeigen wegen ähnlicher Vorfälle vor. Er wird daher vorläufig festgenommen und kommt in Untersuchungshaft.

In ihrer Berichterstattung schreibt die Pressestell der Polizeidirektion Leipzig zunächst verharmlosend, der Täter habe "seine Finger nicht unter Kontrolle gehabt" und sei "magisch von den ebenmäßigen Formen einer 25-jährigen angezogen" worden. Die Betroffene wird durch diese Schilderung auf ihr Äußerliches reduziert und als Objekt männlicher Begierde dargestellt. Nachdem in sozialen Netzwerken Kritik an dieser Darstellung laut wird, überarbeitet die Pressestelle die Meldung.

Quelle: 

Medieninformation der Polizeidirektion Leipzig vom 12.07.2018: Wegen sexueller Nötigung in Untersuchungshaft