Marienbrunn: NS-verherrlichende Plakate zum 1. Mai

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1.

Mai
2010
Samstag

In Leipzig-Marienbrunn wurden Anfang Mai Plakate mit der Aufschrift "1. Mai - seit 1933 arbeitsfrei" geklebt. Auf den schwarz-weißen Motiven prangte zudem der Adler des Deutschen Reiches. Der Schriftzug "1. Mai - Tag der nationalen Arbeit" nimmt unmittelbar Bezug auf die Benennung des Tages im Nationalsozialismus. In einem Artikel der neonazistischen Internetseite "Freies Leipzig" bekennen sich Leipziger Neonazis zu der Propagandaaktion.

Bereits seit 1890 hatten Anhänger_innen der Arbeiterbewegung weltweit den 1. Mai als „Tag der Arbeit“ begangen und für ihre Rechte demonstriert. Doch arbeitsfrei war dieser Feiertag der Arbeiterschaft in Deutschland nicht. 1933 wurde der Tag von den Nazis in "Tag der nationalen Arbeit" umbenannt und für arbeitsfrei erklärt. Im gesamten Deutschen Reich wurden durch die NSDAP Großkundgebungen für den 1.Mai organisiert, auf der die Arbeiter_innen auf die nationalsozialistische Ideologie eingeschworen wurden. Nur einen Tag später, am 2.Mai, wurden sämtliche Gewerkschaften verboten. Die SA, die noch am 1.Mai in großen Aufmärschen ihre Macht und Stärke demonstrierte, sorgte nun für die Festnahmen der Gerwerkschafter_innen, für deren Verfolgung, Folter und Ermordung.

Neonazis beziehen sich nicht nur positiv auf die Umbennenung des Tages, sondern auch auf die SA, die immer wieder verherrlicht und als politisches Vorbild propagiert wird.

Quelle: 

Anwohner_innen, chronik.LE