Menschenverachtende Kommentare nach Todesfall am Markkleeberger See

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27.

Juni
2019
Donnerstag

Am Markkleeberger See bei Leipzig kommt es zu einer Tragödie, die durch rassistische Kommentare gebilligt wird. Es halten sich unter anderem 5 junge Rumänen als Badegäste am Nordstrand des Markkleeberger Sees auf. Diese Seite des Sees ist als offizielle Badestelle ausgeschrieben und wird seit geraumer Zeit rege frequentiert.

Der Boden des Sees ist am Uferbereich flach, erreicht an manchen Stellen jedoch auch Tiefen von bis zu vier Metern. Trotz vermehrter Todesfälle an besagten Stellen finden sich am Ufer und Strandbereich keine Warnhinweise, Rettungsschwimmer_innen sind nicht präsent. Das wird auch einem 21-Jährigem zum Verhängnis.

Während des Badens verlieren ihn seine Freunde aus den Augen und rufen Umstehende um Hilfe, da sie und ihr Freund nicht schwimmen können. Als schließlich eine Person zu Hilfe eilt und nach dem Verschwundenen taucht, findet sie seinen Körper und zieht ihn aus dem Wasser. Währenddessen wird der Notarzt gerufen. Trotz der zügig eingeleiteten Wiederbelebungsmaßnahmen kommt jede Hilfe für den jungen Mann zu spät, er stirbt noch vor Ort.

In der Nähe halten sich weitere Badegäste auf, die während des Unfalls nicht zur Hilfe geeilt sind. Stattdessen kommentieren sie das Ableben des jungen Mannes zynisch unter anderem mit: "Naja, wenigstens einer weniger."

Anstelle des Notarztes kommen wenige Minuten später drei Polizeifahrzeuge zur Badestelle.

Quelle: 

chronik.LE, LVZ vom 27.06.2019