Mitgliederversammlung der JN Sachsen plus Konzert in Leipzig

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14.

Dezember
2013
Samstag

Zum wiederholten Male trafen sich die sächsischen "Jungen Nationaldemokraten" zu ihrer Jahreshauptversammlung im NPD-Zentrum in Leipzig-Lindenau. Die JN ist die Nachwuchsorganisation der NPD. Die behauptete Teilnehmerzahl liegt mit 100 Personen an der Kapazitätsgrenze des Nazi-Zentrums in der Odermannstraße.

Große Veränderungen an der Spitze der sächsischen JN gibt es nicht: Der Eilenburger Paul Rzehaczek bleibt Vorsitzender. Jens Gatter, ebenfalls aus Nordsachsen, ist nun nicht mehr Stellvertreter, sondern wurde zum Kassenwart heruntergestuft. Neuer Vize ist Stefan Trautmann. Hier mag der Regionalproporz eine Rolle gespielt haben, kommt Trautmann doch aus der Döbelner Region. Trautmann stand der inzwischen verbotenen Kameradschaft "Division Döbeln" nahe. Mit dieser Rochade wollen die Nachwuchsnazis offenbar signalisieren, dass sie nicht mehr nur in Nordsachsen aktiv sind, wie es zuletzt den Anschein hatte.

Besucht wurde die Veranstaltung auch von NPD-Kadern aus anderen Bundesländern. So sollen die "Bundesschulungsleiter" der JN und der NPD, Pierre Dornbach und Ronny Zasowk, Vorträge gehalten haben. Der neue NPD-Landesvorsitzende Holger Szymanski durfte laut JN-Bericht ebenfalls "ein paar Worte" verlieren. Etwas mehr zu sagen hatte wieder mal sein Stellvertreter Maik Scheffler, Keisvorsitzender in Nordsachsen. Dieser betonte, dass die JN unter seinem Zögling Rzehaczek "ein wichtiger Stützpfeiler für ihre Mutterpartei" sei.

Anwesend war laut Bildern und Kommentaren bei Facebook zudem der mehrfach vorbestrafte Neonazi Dieter Riefling aus Hildesheim, ehemaliger Kader der verbotenen FAP.

O8 als Rückzugsort für die NPD

Mit dem Objekt in der Odermannstraße 8 hat die Partei einen eigenen festen Versammlungsort, von denen es auch in Sachsen nicht allzuviele für die NPD gibt. Zwar regt sich auch vor der Odermannstraße immer mal Protest. Jedoch braucht die Partei hier nicht zu fürchten, dass geplante Veranstaltungen aufgrund von Absagen eines_r Vermieter_in platzen. Auch diesmal soll es während der Versammlung eine kurze Störung gegeben haben. Die JN berichtet von einem "feigen Überfall der linksfaschistischen Meinungsterroristen auf unser Veranstaltungsgelände". Laut LVZ flogen "Steine, Müll und Flaschen" auf das Gelände.

Dessen ungeachtet soll im Saal später eine "Bombenstimmung" geherrscht haben. Dafür sorgten die Szene-Barden Fylgien und Piattmar (bereits zuvor soll ein Liedermacher namens Jugendgedanken für Ablenkung zwischen den Reden gesorgt haben) sowie die neonazistische Kapelle Priorität 18 aus Dresden. Nicht-JN-Mitglieder mussten dafür einen Teilnahmebetrag von fünf Euro entrichten. P18 traten am folgenden Wochenende gleich wieder bei einem Neonazi-Konzert in Staupitz/Torgau auf.

Quelle: 

Flyer und Bericht bei Facebook vom 16.12.2013, JN-Bundesseite vom 23.12.2013, chronik.LE, LVZ-Online vom 16.12.2013