Mutter mit Kind in Straßenbahn von Rassisten beleidigt

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14.

Juni
2011
Dienstag

Drei junge Männer haben am Dienstagnachmittag in einer Straßenbahn in Lindenau mehrere Personen rassistisch beleidigt. Die etwa Anfang 20-Jährigen pöbelten bereits beim Einsteigen an der Haltestelle Angerbrücke gegen "Neger", von denen es ihrer Meinung nach "in letzter Zeit zu viele in Leipzig" gebe. Diese Bemerkungen waren offenbar an einen Schwarzen gerichtet, der mit ihnen zusammen in die Tram der Linie 3 eingestiegen war, sich jedoch etwas weiter entfernt hinsetzte. Danach wandten sich die drei einer Mutter und ihrem sechsjährigen, ebenfalls schwarzen Kind zu. Einer brüllte unter anderem: "Ich würde kotzen wenn ich ein Neger wär. Ich würde kotzen wenn ich ein Negergöhr hätte." Zudem beleidigte er die Frau als "Negerschlampe".

Von den anderen Fahrgästen reagierte niemand auf diese üblen Hetzparolen. Stattdessen bemühten sie sich, diese zu ignorieren. Die geschockte Frau stieg mit ihrem Kind an der nächsten Haltestelle aus und teilte dem Wortführer dabei noch mit: "Wenn ich so dumm wäre wie du, würde ich kotzen". Die drei Rassisten waren eher unauffällig gekleidet, mit Baggy-Pants und anderen HipHop-Klamotten. Einer von ihnen trug allerdings ein Schlüsselband mit dem Logo der bei Neonazis beliebten Marke "Thor Steinar".

Die Mutter berichtet, dass sie in letzter Zeit in Lindenau mehrfach solche Erlebnisse hatte - allerdings noch nie derart heftig. Beispielsweise wurde ihr erst am Sonnabend zuvor in der Lützener Straße von einem Pärchen, an dem sie mit ihrem Sohn vorbeiging, zugerufen: "Seit wann dürfen Ausländer Eis essen?" Ihrem Sohn sei auch von anderen Kindern gesagt worden, dass er nicht mit ihnen spielen dürfe, weil er schwarz sei.

Quelle: 

Betroffene, chronik.LE