Nazi-Demo: JN bekämpft mit Hilfe eines Bombenbauers den "Volkstod" in Schönefeld und Sellerhausen

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25.

Oktober
2008
Samstag

Die NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten (JN), die in Leipzig große personelle Schnittmengen zu den so genannten „Freien Kräften“ aufweist, demonstrierte am 25. Oktober mit rund 200 AnhängerInnen weitestgehend ungehindert durch die Leipziger Ortsteile Schönefeld und Sellerhausen. Damit fand in diesem Jahr bereits die sechste Nazi-Demonstration in Leipzig statt. Anwesend waren auch etliche Vertreter der LOK-Fangruppierung "Blue Caps", welche die Demo zuvor auf ihrer Internetseite beworben hatten.

Wie auch bei den fünf vorherigen angemeldeten Naziveranstaltungen führte die Demonstration durch Gebiete, die eher am Rand der Stadt liegen und in denen bei der Landtagswahl 2004 fast ausnahmslos überdurchschnittlich hohe NPD-Stimmenanteile verzeichnet wurden. Das apokalyptische Demo-Motto "Unser Volk stirbt. Volkstod aufhalten!" stilisiert den demographischen Wandel zur Katastrophe. Neben Forderungen für eine "nationalen Geburtenpolitik" und "Müttergehalt" ergingen sich die Redner dabei vor allem in rassistischer Hetze gegen MigrantInnen. Neben zwei Vertretern der Freien Kräfte/JN Leipzig sprach mit dem einschlägig verurteilten Nazi-Terroristen Peter Naumann auch ein Mitarbeiter der NPD-Landtagsfraktion.

Als skandalös muss die vom Ordnungsamt der Stadt genehmigte Route angesehen werden. Diese führte unter anderem an der Gedenkstätte für Zwangsarbeiter in der Permoserstraße 15 vorbei. Ein Affront für diejenigen, die sich dort aktiv um das Gedenken an die Tausenden an KZ-Häftlingen bemühen, die in dem genau an diesem Ort angesiedelten HASAG-Rüstungskonzern ausgebeutet wurden.

Quelle: 

Ladenschluss-Bündnis, Pressemitteilung der Leipziger Polizei vom 25.10.2008, Leipziger Volkszeitung vom 27.10.2008, Fotos: Recherche Nord