Nazi-"Gedenkmarsch" in Wurzen

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14.

November
2010
Sonntag

Etwa 120 Nazis haben sich am Nachmittag in Wurzen zu einem "Heldengedenkmarsch" anlässlich des Volkstrauertages versammelt. Die Teilnehmer waren unter anderem aus Eilenburg, Delitzsch, Torgau, Oschatz, Döbeln, Leipzig, Borna und Geithain angereist. Sie zogen durch die Stadt und kehrten schließlich zum Bahnhof zurück.

Der Aufmarsch war am 8. November beim Landratsamt Leipziger Land im Namen der sächsischen "Jungen Nationaldemokraten" (JN) unter dem Motto "Wahren Helden gedenken. Nationalmasochismus beenden" angemeldet worden. Die Nationalsozialisten hatten 1934 den Volkstrauertag per Gesetz zum "Heldengedenktag" umdefiniert, bei dem nicht mehr stille Trauer, sondern "Heldenverehrung" im Vordergrund stand. Mit ihrer sprachlichen und inhaltlichen Ausrichtung stellen sich die Neonazis damit bewusst in die Tradition des historischen NS.

Die Versammlungsleitung übernahm Mathias König, Anführer der "JN Muldental". Gegen die Auflage des Landratsamtes, keine Trommeln und Fackeln mitführen zu dürfen, haben die Veranstalter mit einem Eilantrag beim Verwaltungsgericht Leipzig erfolgreich geklagt.