Nazi-Grüße und Rassismus beim Public Viewing ...

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21.

Juni
2014
Samstag

Im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft 2014 treffen sich in Leipzig Menschen zum sogenannten "Public Viewing". Vor allem bei Spielen der deutschen Nationalmannschaft kommt es zu Anfeindungen und rassistischen Beleidigungen von als nicht-deutsch wahrgenommenen ZuschauerInnen. Den negativen Höhepunkt stellt das WM-Spiel Deutschland - Ghana dar, bei dem der Schwarze Leipziger angepöbelt und bedroht werden. Ein Betroffener berichtet in der LVZ:

"Je mehr Spiele Deutschland gewinnt, desto schlimmer werden Party-Patriotismus und Nationalismus, desto stärker sind die Anfeindungen." Seit Jahren kommt er mit gegnerischer Flagge, bei der EM 2012 wurde ihm die griechische zerrissen, nach dem Halbfinal-Aus gegen Italien geriet er in der Gottschedstraße in ein Handgemenge mit wütenden deutschen Fans. "Security-Leute haben mich damals gerettet, kaum jemand will mit mir diskutieren, die meisten pöbeln nur." Wie zur Bestätigung wird er während unseres Gesprächs als "Nigger" beschimpft, nebst Prügel-Drohung. Später, als Ghana 2:1 führt, wird er wirklich attackiert und muss die Polizei rufen."

Das Weltnest Blog berichtet vom tschechischen Bierzelt auf der Leipziger Bierbörse. Dort konnte man beobachten, wie mehrere Männer den Arm zum Hitlergruß erheben. Von den Umstehenden nimmt niemand Anstoß an der Szene. Und am Musikpavillon im Clara-Park ahmen Deutschland-Fans Affenlaute nach, um die gegnerische Mannschaft zu diffamieren.

Quelle: 

Weltnest-Blog vom 24.06.2014 ("Hitlergruß und Affenlaute - die hässliche Seite des Public Viewing in Leipzig"), LVZ vom 23.06.2014 ("Gemeinsam leiden, gemeinsam jubeln")