Nazi-Konzert in Staupitz (Nordsachsen) bietet Alternative zum verbotenen JN-Sachsentag in Dresden

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21.

Juni
2008
Samstag

In der seit Anfang 2009 zu Torgau (Landkreis Nordsachsen) gehörenden Gemeinde Pflückuff, Ortsteil Stauptitz, fand laut Auskunft des sächsischen Innenenmimisteriums auf eine Kleine Anfrage zu "Rechten Konzerten in Sachsen 2008" am 21. Juni ein "rechtsextremistisches" Konzert mit geschätzten 300 bis 400 Besuchern statt. Veranstalter soll nach diesen Angaben eine Einzelperson gewesen sein.

Für den selben Tag war allerdings in Dresden der "JN-Sachsentag" geplant gewesen. Das "Sommerfest" der NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten" wurde jedoch im Vorfeld verboten. Die verärgerten Nazis zogen am Nachmittag in einer "Spontandemonstration" mit ca. 300-500 Teilnehmern durch die Dresdner Innenstadt. Von der Demo gingen auch mehrere Übergriffe aus. Es kann davon ausgegangen werden, dass das Konzert in Staupitz als Ausweichverantaltung für den "Sachsentag" diente. Die hier auftretenden Bands Saga (Schweden), Youngland (USA) und Sleipnir (Deutschland) waren zuvor alle für die JN-Veranstaltung in Dresden angekündigt.

Staupitz wird im sächsischen Verfassungsschutzbericht für 2008 neben Dresden und dem unmittelbar an Staupitz grenzenden Schildau (ebenfalls Landkreis Nordsachsen) als Beispiel für meist in privatem Besitz befindliche "Szene-Objekte" genannt, in denen 2008 ein Großteil der 43 (bekannt gewordenen) "rechtsextremistischen" Konzerte in Sachsen stattfand. Allein in Staupitz fanden mindestens vier Rechtsrock-Konzerte statt.

Quelle: 

Sächs. Innenministerium (Antwort auf Kleine Anfrage, Drs 4/14295, vom 30.01.2009), JN-Sachsentag verboten (Indymedia-Bericht vom 22.06.2008), VS-Bericht 2008