Nazi-Stelldichein bei Leipziger Stadtderby

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6.

Februar
2011
Sonntag

Am 6. Februar fand in der "Red Bull Arena" das mehrfach verschobene Oberliga-Derby zwischen dem 1. FC Lokomotive Leipzig und dem FC Sachsen Leipzig statt. Bei der Begegnung gaben sich bekannte Gesichter der regionalen Neonazi-Szene ein Stelldichein. Auf Seiten des FC Sachsen verfolgte Thomas G., Kameradschaftsführer aus Altenburg und Mitbegründer der Neonazi-Plattform "Freies Netz" (FN), das Spiel. Auf der von "erlebnisorientierten" Fans des 1. FC Lokomotive besetzten Gegengerade befanden sich eine Reihe sächsischer FN-Aktivisten, allen voran der Leipziger Istvan Repaczki, inzwischen Mitarbeiter der sächsischen NPD-Fraktion.

Repaczki erschien mit einer Gruppe weiterer Neonazis aus dem Umfeld der "Freien Kräfte" / JN sowie der neonazistischen Fangruppierung "Blue Caps" am Stadion. Die Gruppe hat seit 2009 bei Heimspielen des 1. FC Lokomotive Hausverbot. Wie Katrin Pahlhorn, Präsidiumsmitglied bei Lok Leipzig, auf chronik.LE-Nachfrage mitteilte, dürften alle dem Verein namentlich bekannten Gruppenmitglieder sowie Personen, die "Utensilien der Gruppe" tragen, nicht ins Stadion.

Der Auftritt der Gruppe mit Repaczki vorm Stadion dokumentierten die "Blue Caps" sogar auf ihrer Homepage. Inwiefern die Gruppe dann gemeinsam die "Red-Bull"-Arena betrat, ist nicht bekannt; zumindest Repaczki und weitere mutmaßliche Mitglieder waren auch im Stadion. Nach Eigendarstellung der "Blue Caps" kamen einige Gruppenmitglieder aufgrund der Stadionverbote jedoch nicht rein.

In der Fankurve des FC Sachsen trugen nach Augenzeug_innen-Berichten viele Besucher_innen Kleidung der unter Neonazis beliebten Modemarke "Thor Steinar". Ein Zuschauer trug einen orangefarbenen Kapuzenpullover der Hooligan-Gruppe "Des Fußballs Metastasen", die eine Affinität zur Neonaziszene aufweist.

Quelle: 

Augenzeug_innen, Gamma Newsflyer Nr. 189 (Doppelausgabe Winter 2010/11), Homepage der neonazistischen Fangruppierung "Blue Caps"