Naziliederabend im NPD-Zentrum in Lindenau

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13.

Juli
2013
Samstag

Eine "Soliveranstaltung" für Flutopfer haben die "Jungen Nationaldemokraten" (JN), die Jugendorganisation der sächsischen NPD, nach eigenen Angaben am Sonnabend in Leipzig durchgeführt. Tatsächlich handelte es sich um einen stinknormalen Liederabend mit den Neonazi-Barden Fylgien (Berlin) und Piattmar ("unsere sächsische nationale Stimmungskanone"), die natürlich "alte und neue Lieder der volkstreuen Bewegung" zum Besten gaben. Zusätzlich soll es eine Versteigerung gegeben haben.

Wie hoch der dabei gesammelte Erlös war, verheimlichen die Veranstalter aus gutem Grund. Die abendliche Sause im NPD-Zentrum in der Odermannstraße 8 wurde von lediglich etwa 20 Neonazis besucht. Die JN Leipzig schreibt zwar rückblickend von einer "durchaus gelungen[en]" Veranstaltung, relativiert diese Erfolgsmeldung aber sogleich mit dem Bekenntnis: "nur ein paar mehr Teilnehmer wären schön gewesen". Anscheinend ist es mit der viel beschworenen Solidarität, die in der Verlautbarung pathetisch als "unsere schärfste Waffe und ein wichtiger Bestandteil in unserer angestrebten Volksgemeinschaft" bezeichnet wird, nicht besonders weit her.

Der Liederabend, der vorab nur für den "Raum Leipzig" angekündigt war, wurde laut einem Flyer vom "Nordsachsen-Versand" unterstützt. Dieser wird vom Eilenburger NPD-Stadtrat Kai Rzehaczek und dessen Sohn Paul, dem Vorsitzenden der JN Sachsen, betrieben.

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