Nazis marschieren in Leipzig nach verhindertem Aufmarsch in Dresden

Druckeroptimierte VersionAls Email versenden

13.

Februar
2010
Samstag

Am Samstagabend marschierten 150 Nazis durch den Leipziger Osten.

Nachdem am 13. Februar erfolgreich der europaweit größte Naziaufmarsch mit 6400 Teilnehmern in Dresden verhindert werden konnte, reisten ca. 300 frustrierte Nazis mit dem Zug nach Leipzig. Etwa 150 von ihnen verließen den aus Dresden kommenden Zug in Leipzig-Engelsdorf. Von dort bewegten sie sich als Gruppe Richtung Paunsdorf-Center, stiegen dort in die Straßenbahn und fuhren in Richtung Innenstadt. In der Torgauer Straße verließen die Nazis die Straßenbahn und formierten sich zu einem spontanen Aufmarsch. Die Polizei war zu diesem Zeitpunkt bereits vor Ort und nahm Kontakt zur Gruppe auf, als dessen Versammlungsleiter sich laut Polizeiangaben der "stadtbekannte" Nazi "Herr R." zu erkennen gab. Vermutlich handelt es sich um Istvan Repaczki, Stadtratskandidat der NPD 2009. Repaczki nahm Ende Januar an einem Treffen der Organisatoren des "Trauermarschs" in Dresden teil, bei dem eine "Schutztruppe" für den Aufmarsch geplant wurde. Die Polizei gestattete eine Strecke von höchstens einem Kilometer. Der Aufmarsch führte dann von der Schwantesstraße über die Torgauer Straße zur Löbauer Straße/ Ecke Gorkistraße. Dort angekommen wollten sie eine Abschlusskundgebung durchführen, die jedoch durch die Polizei unterbunden wurde. Die Teilnehmer begaben sich daraufhin zur nächsten Straßenbahnhaltestelle und fuhren in verschiedene Richtungen davon. Laut Polizei gab es keine Straftaten, Ordnungswidrigkeiten bzw. Festnahmen.

In Dresden hatte NPD-Bundesvorstandsmitglied Wulff offen gedroht: „Um 18.00 Uhr fahren unsere Busse ab. Wenn man uns nicht zu ihnen durchlässt, werden unsere Kameraden ausschwärmen und dafür sorgen, dass die Polizei hier in Dresden heute Nacht keine Ruhe hat.“ Zudem verbreitete Wulff offenbar das Gerücht, zwei “Kameraden” seien bei Attacken von Antifaschisten getötet worden. Die Neonazis aggierten daraufhin äußerst agressiv. Weitere spontane Aufmärsche von Nazis die aus Dresden kamen fanden u.a. in Bautzen, Zwickau, Hoyerswerda und Pirna statt. Tags darauf in Wurzen und Meißen. Die Drohung des NPD-Vorstandes wurde in Pirna Wirklichkeit. Dort zerstörten einige der 400 Teilnehmer die Scheiben des lokalen SPD-Büros, auch in Gera randalierten etliche Neonazis nach ihrer Ankunft. Bei anschließenden Festnahmen wurden auch Abgeordnete der NPD festgenommen.

Quelle: 

PD Leipzig, NPD-Blog.info, chronik.LE