Nazis marschieren beim Peter-und-Paul-Fest in Delitzsch mit

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3.

Juli
2010
Samstag

Während des Festzugs anläßlich des Delitzscher Stadtfestes, dem "Peter- und Paul-Fest", verbreiteten Neonazis anti-demokratische und menschenverachtende Propaganda. Das Auftreten der Neonazis wurde offenbar weder während des Umzugs noch im Nachhinein thematisiert; von chronik.LE eingeforderte Stellungnahmen des Veranstalters sowie der Stadt blieben aus, trotz mehrfacher Nachfragen.

Wie schon beim Karnevalsumzug in Leipzig trugen ca. sechs Personen Transparente mit sich, auf denen die parlamentarische Demokratie als zu bekämpfender Feind dargestellt wird. Unter anderem war zu lesen: "Demokraten bringen uns den Volkstod!" und "Volkstod Stoppen!".

Auf rassistische Weise wird hier vor dem angeblichen Aussterben der deutschen Bevölkerung gewarnt. Einwanderer_innen, Asylbewerber_innen und nicht-deutsch aussehende Menschen hingegen werden als Gefahr angesehen, die Deutschland "überfremden" würden und an der "Ausrottung" der "Deutschen" beteiligt seien. Verantwortlich dafür seien parlamentarische Demokratie und deren Vertreter_innen. In der Konsequenz fordern Neonazis deshalb die Abschaffung der Demokratie und die Wiedereinführung des Nationalsozialismus.

Unterschrieben waren die Transparente mit den Logos der "Freien Kräfte" (eine schwarze Fahne mit dem jeweiligen Ortsnamen) und der "Jungen Nationaldemokraten" (JN), der Nachwuchsorganisation der NPD. Auch verwiesen die Transparente auf verschiedene rechte Internetseiten, wie das "Aktionsbüro Nordsachsen" und die Mobilisierungsseite des gescheiterten Großaufmarsches in Leipzig am 17.10.2009. Auch das Wahlkampfmobil der NPD-Landtagsfraktion war an diesem Tag in Delitzsch unterwegs.

Von den über 1500 Besucher_innen des Umzugs schien sich niemand an den Transparenten und den anwesenden Neonazis zu stören. Auf eine Nachfrage beim Veranstalter des Stadtfestes, ob dieser von der Teilnahme der Neonazis wüsste, erhielt chronik.LE keine Antwort. Auch die zuständigen Behörden der Stadt Delitzsch waren trotz mehrmaliger Nachfrage nicht zu einer Stellungnahme bereit.

Quelle: 

Freies Netz / Aktionsbüro Nordsachsen vom 08.07.2010, Youtube, chronik.LE