Neonazis hetzen gegen Stadtratsmitglied der Linkspartei

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3.

Oktober
2010
Sonntag

In Lindenau tauchten Anfang Oktober mehrere Plakate auf, die sich in hetzerischem Ton gegen die Linkspartei und deren Abgeordnete richten. Urheber waren offensichtlich Neonazis: Unter dem Symbol der "Nationalen Sozialisten" rief das bisher unbekannte "Heimat Treue Leipzig" zu Protesten gegen die Linkspartei auf.

Inhaltlich bezog sich das Plakat auf die bevorstehenden Wende-Feierlichkeiten und das 20-jährige Bestehen der Linkspartei. Es wurde davor "gewarnt", dass ein Mitglied des Leipziger Stadtrates und eine Bundestagsabgeordnete das "Rad der Geschichte zurückdrehen" wollen. Das Stadtratsmitglied war schon mehrmals wegen ihres Engagements gegen menschenverachtende Einstellungen von Neonazis angefeindet worden.

Mit ihrer Plakataktion machen die Neonazis nicht nur ihren Hass auf die Linkspartei deutlich, sondern formulieren auch einen Führungsanspruch im Leipziger Westen. Die Leser_innen sollten auf angebliche Feierlichkeiten der Partei "in ihrem Stadtteil" Lindenau hingewiesen werden und deswegen das "Heft des Handelns wieder in die Hand" nehmen.

Die Plakate klebten im Umfeld des Büros des Linke-Landtagsabgeordneten Volker Külow. Das Büro wurde seit Mitte 2009 innerhalb von zehn Monaten fünfmal angegriffen, dabei wurden viermal die Scheiben des Büros beschädigt oder zerstört; ein weiteres Mal wurde das Büro mit Hakenkreuzen beschmiert. Auch andere Einrichtungen der Linkspartei in Leipzig waren schon das Ziel von Angriffen.

Quelle: 

chronik.LE

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Image icon Plakat Lindenau 03.10.2010.JPG311.71 KB