Wieder Neonazis in Lindenau: Angriffe und eingeschlagene Scheiben im Leipziger Westen

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28.

Mai
2011
Samstag

Am zweiten Wochenende in Folge griffen Neonazis in Lindenau Menschen und Kultureinrichtungen an. Anwohner_innen berichten, dass es sich dabei um gezielte Angriffe gehandelt habe.

In der Nacht zu Sonntag beobachteten Augenzeug_innen eine Gruppe von Neonazis, die gegen zwei Uhr aus Lindenau in Richtung Plagwitz lief. An der Kreuzung Industriestraße / Zschochersche Straße bedrohte die Gruppe mindestens zwei Personen. Gegen 2:30 Uhr schlugen mehrere vermummte Personen am Nachbarschafts- und Kulturprojekt Bäckerei in der Josephstraße mehrere Scheiben ein. Das betroffene Haus liegt in Sichtweite zum NPD-Zentrum. Anwohner_innen verständigten sofort die Polizei, die nach einer Stunde gegen 3:30 Uhr eintraf. Kurz vor vier Uhr verließen rund 15 Neonazis das NPD-Zentrum in der Odermannstraße.

Bereits am Samstagabend versuchten fünf Neonazis zum Startpunkt einer antifaschistischen Demonstration zu gelangen, die sich gegen das NPD-Zentrum richtete. Sie wurden von der Polizei kontrolliert und weggeschickt. Daraufhin liefen sie zum NPD-Zentrum. Später, als die Demonstration das NPD-Zentrum passierte, postierten sie sich vor den Eingang des Geländes und beschimpften die Demonstrant_innen.

Am Freitagabend bedrohte eine Gruppe von Neonazis eine Party in Plagwitz, später wurden fünf Personen, die auf dem Weg zu der Veranstaltung waren, von Vermummten angegriffen und leicht verletzt. Am selben Abend hatte im NPD-Zentrum der Holocaustleugner Wolfgang Juchem gesprochen.

Schon am Wochenende zuvor hatten Neonazis Besucher_innen des Kunstabends "Lindenow" bedroht und mindestens zwei Personen angegriffen.

Quelle: 

Augenzeug_innen-Berichte, chronik.LE