Neonazis überfallen drei Bundeswehrsoldaten

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11.

April
2010
Sonntag

Am 11.04.2010 fuhren drei junge Bundeswehr-Soldaten im Alter von 21 und 22 Jahren auf dem Weg zu ihrem Standort durch die Colditzer Bahnhofstraße. Ein entgegenkommender Audi bremste ihr Auto zunächst aus, dann stieg der Audi-Fahrer aus, ging auf die Soldaten zu und schlug einem anscheinend grundlos ins Gesicht. Dann fuhr der Audi weiter.
Wenige Minuten später bemerkten die drei Opfer kurz vor der Ortslage Schönbach erneut den Audi sowie zwei weitere Fahrzeuge, welche die Opfer wieder zum Anhalten zwangen. Diesmal stiegen sieben Angreifer aus. Auch sie begannen sofort auf die drei jungen Soldaten einzuschlagen. Zwei von ihnen werden schwer verletzt. Sie mussten stationär im Krankenhaus behandelt werden. Die Täter konnten flüchten.

In einer kleinen Anfrage des Landtagsabgeordneten Miro Jennerjahn (Die Grünen) berichtet das Innenministerium, dass gegen zwei mutmaßliche Täter wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung Ermittlungen laufen. Beide seien einschlägig vorbestraft und unter anderem wegen Propagandadelikten aufgefallen. Sie hätten außerdem Kontakt zu Personen, die der rechten Szene angehörten. Die Dresdner Morgenpost berichtete, dass es sich bei den Tätern um Neonazis aus Colditz handeln würde.

Über das Motiv für diesen brutalen Angriff gibt es keine Informationen. Das Innenministerium jedenfalls schließt ein politisches Motiv bisher nicht aus.

Quelle: 

Dresdner Morgenpost vom 13.04.2010, Leipziger Volkszeitung vom 13.04.2010, PM PD Westsachen vom 12.04.2010, kl. Anfrage Miro Jennerjahn vom 28.05.2010 (Drucksache 5/2237)

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