Neonazis wollen nicht mehr für ihr "Recht auf Zukunft" laufen

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29.

Dezember
2010
Mittwoch

Zweimal haben Leipziger Neonazis in den Jahren 2009 und 2010 versucht, unter dem Motto "Recht auf Zukunft" einen Großaufmarsch in Leipzig durchzuführen. Beide Male scheiterten sie an den manigfaltigen Protestaktionen und ihrer eigenen Unfähigkeit. Unter der Überschrift "Sie haben es satt" gestehen die Kampagnen-Macher - im Wesentlichen die JN Sachsen unter Tommy Naumann - das zum Jahresende selbst ein und versprechen, zu diesem Thema keine weitere "Großdemonstration" in Leipzig mehr durchführen zu wollen.

Unmittelbar nach dem 17.10.2010 hatten sie unter Verweis auf einige spontane Miniaufzüge in Leipzig und Umgebung noch getönt, an diesem Tag "das Laufen neu gelernt" zu haben. Es handele sich um einen "bescheidene[n] Anfang, doch was folgen wird, kann niemand [...] mehr stoppen!" In der nun veröffentlichten Jahresend-Erklärung heißt es dagegen realistischer:

"Die zahlreichen Erfolgsmeldungen von Spontandemonstrationen im gesamten Leipziger Stadtgebiet sowie Städten in der näheren Umgebung sind nicht mehr als Balsam für die eigene aufgewühlte Seele. Wenn irgendwo 80 Leute losziehen, weil sie wissen, dass dieser Tag für sie gelaufen ist, dann ist dies kein Zeichen von Heldenmut, sondern von der eigenen Hilflosigkeit."

Die von den Leipziger Führungskadern kurz nach dem Aufmarsch-Versuch zum Erfolg erklärte Aktion gilt ihnen inzwischen doch als eine "weitere Niederlage für die Menschheit" - selbst in den eigenen Reihen gab es Kritik an der sehr wohlwollenden Selbstdeutung. Trotz dessen wollen sie die Kampagne fortführen, aber nicht mehr in Form solcher "Großdemonstrationen": "Wir werden neue und bessere Wege finden, um die Menschen zu erreichen".

Quelle: 

"Recht auf Zukunft"-Seite vom 17.10.2010 undn 29.12.2010, Gamma-Website vom 31.12.2010, L-IZ vom 02.01.2011