Neonazistischer Zeitzeugenvortrag in Hainichen

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4.

Oktober
2020
Sonntag

In Hainichen veranstalten Neonazis einen sogenannten "Zeitzeugenvortrag". Bei diesem Veranstaltungsformat tragen zumeist ehemalige Angehörige der Wehrmacht oder (Waffen-)SS Kriegserlebnisse vor, die sie mit geschichtsrevisionistischen Darstellungen vermengen. In der Neonaziszene finden diese Veranstaltungen verstärkt Zuspruch. Die Vermieter_innen von Räumlichkeiten werden dabei häufig über den Charakter der Veranstaltung getäuscht. So auch in Hainichen: Der örtliche Karnevalsverein wurde zunächst von einer Frau Kunze für eine private Einmietung angefragt. Vor Ort stellte sich allerdings der Neonazi Enrico Böhm als Veranstalter vor.
Zum Vortrag reisen ca. 200 Teilnehmer_innen aus dem gesamten Bundesgebiet an. Unter deren Autos finden sich unter anderem Kennzeichen aus Berlin, Magdeburg, Cottbus und Stuttgart. Nach Schilderungen zweier zufällig vorbeikommender Radfahrer wurde während des kurzen Ausschnitts des Vortrag, den sie mitbekommen, der Wehrmacht und der Hitlerjugend gehuldigt. Die herbeigerufene Polizei löst die Veranstaltung auf. Einige Teilnehmer*innen versuchen über den Garten zu fliehen.

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