Neonazistisches "Heldengedenken" in Geithain, Eilenburg, Oschatz und Liebschützberg

Druckeroptimierte VersionAls Email versenden

13.

November
2011
Sonntag

Zum so genannten Volkstrauertag trafen sich Nazigruppierungen aus dem Umfeld des "Freien Netzes" sowie der NPD bzw. ihrer Jugendorganisation JN an mehreren Orten in den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen zu Kranzniederlegungen. Die Neonazis versammelten sich laut Berichten auf den "Freies Netz"-Portalen "Aktionsbüro Nordsachen" und "FN Geithain" in Geithain, Eilenburg, Oschatz und dem Liebschützberger Ortsteil Zaußwitz, um den von ihnen als "Heldengedenktag" bezeichneten Tag zu begehen.

In Eilenburg sollen dabei ungefähr 25 Personen, unter ihnen der nordsächsische JN-Stützpunktleiter Paul Rzehaczek, auf dem Friedhof Eilenburg-Ost zusammengekommen sein. In Oschatz sollen 15 Neonazis aus JN, NPD und "Freien Kameradschaften" teilgenommen haben. In Zaußwitz nahm der NPD-Gemeinderat Jens Gatter (Liebschützberg) an einer Kranzniederlegung teil. Bereits am Tag zuvor zogen rund 100 Neonazis unter dem Motto "Ehre, wem Ehre gebührt – Großvater ich bin stolz auf dich!" durch Wurzen.

Die Nationalsozialisten hatten 1934 den Volkstrauertag per Gesetz zum "Heldengedenktag" umdefiniert, bei dem nicht mehr stille Trauer, sondern "Heldenverehrung" im Vordergrund stand. Mit ihrer sprachlichen und inhaltlichen Ausrichtung stellen sich die Neonazis damit bewusst in die Tradition des historischen Nationalsozialismus. Die Täter des Nationalsozialismus sind in die Heldenverehrung explizit eingeschlossen.

Quelle: 

chronik.LE, Berichte der neonazistischen Webportale "Aktionsbüro Nordsachsen" und "Freies Netz Geithain"