Neulich in Leipzig: Antisemitischer Sprechchor bei Fußballspiel

Druckeroptimierte VersionAls Email versenden

29.

Juli
2017
Samstag

Während des Stadtderbys zwischen der BSG Chemie Leipzig und Lok Leipzig skandiert eine Gruppe von Lok-Fans das so genannte »U-Bahnlied«.

In dem Gesang wird sich positiv auf die Vernichtung von Jüdinnen und Juden und anderer durch die Nazis verfolgten Gruppen im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz bezogen.

Im »U-Bahnlied«, das besonders unter selbsternannten Fußball-Fans beliebt ist, wird eine U-Bahn vom Aufenthaltsort der gegnerischen Gruppe/Person - in diesem Fall Leutzsch - bis nach Auschwitz in das dortige Konzentrations- und Vernichtungslager der Nazis gebaut. Durch den Bau der U-Bahn bis nach Auschwitz wird symbolisch ausgedrückt, dass Deportationen von als gegnerisch- oder feindlich-wahrgenommenen (Fan-)Gruppen möglich sein sollen und erwünscht sind.

Als gegnerisch- oder feindlich-wahrgenommene Gruppen können unter anderem gegnerische Fußballfans oder politischer Gegner_innen genannt werden. Gegen Jüdinnen und Juden richtet sich das Lied, aufgrund des antisemitischen Motivs sowie der expliziten Vernichtungsdrohung, dagegen immer.

Ein eingeleitetes Ermittlungsverfahren gegen sieben Fans welche "Judenschweine" gerufen haben sollen, wird im April 2018 eingestellt.