Neulich in Leipzig: Antisemitisches Lied gesungen

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16.

Oktober
2015
Freitag

Ein Unbekannter hat das antisemitische "U-Bahnlied" in der Öffentlichkeit gesungen. In den Gesang wird sich positiv auf die Vernichtung von Jüdinnen und Juden und andere durch die Nazis verfolgte Gruppen im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz bezogen.

Im U-Bahnlied, das besonders unter selbsternannten Fußball-Fans beliebt ist, wird eine U-Bahn vom Wohnort der Sänger_innen - in diesem Fall wohl Leipzig - bis nach Auschwitz in das dortige Konzentrations- und Vernichtungslager der Nazis gebaut. Durch den Bau der U-Bahn bis nach Auschwitz wird symbolisch ausgedrückt, dass Deportationen von als gegnerisch- oder feindlich-wahrgenommenen Gruppen möglich sein sollen und erwünscht sind.

Als gegnerisch- oder feindlich-wahrgenommene Gruppen können unter anderem gegnerische Fußballfans oder politischer Gegner_innen genannt werden. Gegen Jüdinnen und Juden richtet sich das Lied, aufgrund des antisemitischen Motivs sowie der expliziten Vernichtungsdrohung, dagegen immer.

Quelle: 

Kleine Anfrage "Juristische Folgen von Straftaten im Phänomenbereich ,'Politisch
motivierte Kriminalität - rechts' im Monat Januar 2016" von Kerstin Köditz