Neulich in Leipzig: Neonazistische Parole durch Betreiber des UT Connewitz

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19.

Mai
2016
Donnerstag

In der englischsprachigen Zeitung "The Christian Science Monitor" erscheint ein Artikel, der sich mit dem Stadtteil Connewitz und seinen Bewohner_innen befasst. Danach setzt sich Connewitz aus unzähligen "non-radical residents", also nicht-radikalen Bewohner_innen, sowie einer kleinen Zahl - oder wenigen hundert - "far-left radicals" zusammen.

Die Journalistin wird von Thomas Noack begleitet (Vorsitzender des Vereins UT Connewitz, Organisator des Connewitzer Straßenfestes), der anscheinend bemüht ist, Connewitz das Bild einer Provinzidylle zu verpassen. Die imaginierte Dorfgemeinschaft wird jedoch von "weniger konventionellen" Bewohner_innen gestört. Noack frustriert das. Daher bzw. dagegen versucht er mit anderen Bewohner_innen, die "normal, convivial atmosphere" - also eine so genannte normale und gesellige Atmosphäre - aufrechtzuerhalten, wofür u.a. das Connewitzer Straßenfest steht.

Um die angestrebte Atmosphäre überhaupt erreichen zu können, hat Noack am Ende des Artikels "a clear message to the most radical of his neighbors: Anyone who isn't happy with Germany 'should simply emigrate.'" Noack nutzt eine neonazistischen Parole, um sich - vorerst gedanklich - Personen zu entledigen, die ihn politisch nicht passen: "Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen." Eine Parole, die unter Neonazis sowie Anhänger/innen von Pegida und ihrer Ableger beliebt ist. Bereits die hessische Neonazi-Band "Hauptkampflinie" sang auf einem 2009 veröffentlichten Album:

„Hey! Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen.
Weil wir alle dreckigen Volksverräter hassen.
Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen.
Irgendwann und irgendwo kriegen wir euch zu fassen.“

Noacks Äußerung steht dabei anschaulich für einen Extremismus der Mitte, der sich unpolitisch und "normal" gibt, jedoch im Denken und Äußern ausgrenzend ist.

Quelle: 

The Christian Science Monitor vom 19.05.2016: "As Germany's far right rises, so does its radical left"