Neulich in Leipzig: Obdachlosenfeindlichkeit

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20.

Februar
2018
Dienstag

Bankbesitzer- und Mitarbeiter_innen von Leipziger Banken beschweren sich gegenüber LVZ über Wohnungslose, die sich in ihren Filialen aufhalten. Sie behaupten die Sicherheitslage für Kunden würde sich dadurch verschlechtern, obwohl es "Überfälle oder Diebstähle noch nicht gegeben" (LVZ-Artikel vom 20.02.2018) hat. Die öffentlich zugänglichen Filialen werden meist in den Wintermonaten einer der wenigen Orte, wo Wohnungslose sich bei Minusgraden über Nacht aufhalten können.

Die Abwertung von Wohnungslosen im Sinne einer Zuschreibung von Gewalt und Kriminalität basiert auf sozialdarwinistischen Motiven. Dabei wird davon ausgegangen, dass Wohnungslose ihre Lage selbst verschuldet haben und die Gesellschaft daran keinen Anteil hat. Häufig liegt dem ein Verwertungsdenken zugrunde, dementsprechend Menschen weniger Wert seien, wenn sie weniger oder nicht arbeiten gehen. In zugespitzten Fällen führt dieses Denken zur Gewalt gegen Wohnungslose.

Quelle: 

LVZ-Online vom 20.02.2018: "Trinkgelage und „Schlafgäste“ nerven Leipziger Banker"