Neulich in Leipzig: Polizeimeldungen befördern rassistische Stereotype

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14.

Januar
2011
Freitag

In der Pressemitteilung der Polizeidirektion Leipzig vom 14. Januar beweist die Polizei Leipzig wieder einmal ihr starkes Interesse an der vermeintlich nichtdeutschen Herkunft von Straftätern.

In dem Fall eines gefassten Ladendiebes am Leipziger Neumarkt wird auf die russische Abstammung des gefassten Täters hingewiesen, obwohl diese Information in keiner Weise die Umstände der Tat erhellt.

Noch unkonkreter werden zwei vermeintliche Diebe in einem Bekleidungsgeschäft in der Burgstraße als "vermutlich[e] Ausländer" beschrieben. Auch in der beigefügten Personenbeschreibung weist nichts darauf hin, dass diese Information einer Identifikation der Flüchtigen zuträglich sein könnte.

Da in beiden Fällen die Markierung der Delinquenten als nicht-deutsch in keinerlei Verbindung zu den Taten steht, und darüber hinaus auch nicht dazu dient, die flüchtigen Täter schneller aufzufinden, stellt sich die Frage, was die Polizeidirektion bzw. deren Pressesprecherinnen Anke Fittkau und Birgit Höhn durch diese Hervorhebung herausstellen wollen. Schlussendlich hätten sie ebenso gut darauf verweisen können, dass die Täter gerne Tennis spielen oder Vegetarier sind.

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