Neulich in der LVZ: Sexistische Unfallmeldung

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12.

November
2012
Montag

Von besonderem Interesse scheint für die Leipziger Volkszeitung im Zusammenhang mit einem Verkehrsunfall wieder einmal die Haarfarbe der Unfallverursacherin zu sein. Mit allen Anklängen an das sexistische Stereotyp wird die Fahrerin, die mit ihrem Fahrzeug in ein sich im Bau befindliches Gleisbett fährt, als Blondine bezeichnet. Diese für den Vorgang völlig unbedeutende, die Frau aber auf ein äußerliches Merkmal beschränkende und damit den Eindruck eines Zusammenhangs zwischen Haarfarbe, Geschlecht und Unfallgeschehen erweckende Information scheint die LVZ von der Polizei erhalten zu haben. Ein Beispiel für die niedrigschwellige, aber alltägliche und penetrante Reproduktion der Reduzierung von Frauen auf die Domäne äußerlicher Schönheit und der damit tendenziell einhergehenden Aberkennung von geistigen Fähigkeiten. Aussagen die so harmlos wie selbstverständlich fallen, auch in Leipzig.

Quelle: 

LVZ vom 12.11.2012