Neulich auf dem Weihnachtsmarkt: Vergewaltigungsphantasien in der Beziehung

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20.

Dezember
2019
Freitag

Eine Gruppe Männer betrinkt sich an einem Stand auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt. Sie unterhalten sich über die Freundin eines der Männer welche scheinbar zu Hause ist und schläft. Einer der Männer fragt daraufhin einen anderen Mann was er dann mache wenn er nach Hause komme. Daraufhin antwortet der Freund der Frau, dass eben er dann ihre Beine breit machen müsse. Die gesamte Männergruppe lacht.
Als die beiden von einer Mithörenden darauf angesprochen werden, was denn an der Vergewaltigung einer schlafenden Person witzig sei, reagieren die beiden agressiv. Sie fragen die Intervenierende abwertend, ob sie wohl Feministin sei. Zudem solle heutzutage doch nicht alles auf die Goldwaage gelegt werden.

Die Alltäglichkeit der Anmaßungen, sexuelle Handlungen an Frauen* jederzeit und auch öffentlich einzufordern bzw. diese als ein „männliches Vorrecht“ zu betrachten, oder auch Frauen* zumeist sexualisiert darzustellen, wird in der feministisch-emanzipatorischen Theorie unter dem Begriff „rape culture“ (dt.: Vergewaltigungskultur) kritisiert. Mehr dazu findet sich in den Leipziger Zuständen 2014 S.52-53

Quelle: 

chronik.LE